Weiches Wasser für guten Tee
Freitag, den 6. November 2009Wir erhalten oft E-Mails von euch, in denen ihr nach der korrekten Zubereitung eurer Teemischungen fragt. Neben Wassertemperatur und Ziehzeit ist auch die Wasserhärte ein wichtiges Kriterium für die optimale Teezubereitung.
Empfindliche Tees, wie unser Darjeeling First Flush, entfalten ihr Aroma bei hartem Wasser nur sehr unvollständig. Daher empfiehlt es sich, Tee generell mit möglichst weichem Wasser aufzubrühen.
Was ist hartes Wasser? Chemisch betrachtet bezeichnet der Härtegrad den Anteil der im Wasser enthaltenen Magnesium- und Calcium-Ionen. Wenn man in einer Region wohnt (z.B. Münster oder Berlin), wo das Wasser sehr hart ist, braucht man aber trotzdem nicht auf einen perfekten Teegenuss verzichten.
Wasser kann man leicht enthärten, indem man einen sogenannten Ionentauscher verwendet. Er entzieht dem Trinkwasser die Calcium- und Magnesium-Ionen und tauscht sie z.B. gegen Natriumionen aus.
Für den Hausgebrauch reicht z.B. ein handelsüblicher Wasserfilter, in dem ein Ionentauscher verbaut ist. Eine Alternative ist die Verwendung von stillem Mineralwässern aus den großen Discountern, die oft einen niedrigem Mineraliengehalt aufweisen. Auf dem Etikett stehen Angaben zu den enthaltenen Magnesium (Mg2+) und Calcium (Ca2+)-Ionen.
Noch ein Wort zu Bambuskohle, die in Asien oft zum Einsatz kommt und in unseren Breiten sehr teuer mit dem Argument verkauft wird, sie würde den Teegenuss entscheidend verbessern: chemisch gesehen ist Bambuskohle verwandt mit der Aktivkohle. Sie eignet sich nicht zur Wasserenthärtung, sondern zum Herausfiltern von unerwünschten Geruchs- oder Geschmackstoffen sowie Bakterien.
In Deutschland ist eine heimische Wasseraufbereitung aber nicht notwendig. Unser Trinkwasser wird bestens kontrolliert und ist in der Regel absolut rückstandsfrei.
Wenn Ihr Wasserfilter verwendet achtet bitte darauf, die Filter regelmäßig zu wechseln und Wasser nicht lange stehen zu lassen, da sich so Keime vermehren können.
Die Verbraucherzentrale Berlin warnt zudem vor esoterischen Wasseraufbereitungssystemen, die eine „Harmonisierung“, „Vitalisierung“, „Levitation“, „Energetisierung“ oder „Transformation“ des Wassers versprechen. Wissenschaftlich sei keine Verbesserung der Wasserqualität belegbar.

