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Japanische Teekultur

Sonntag, den 23. November 2008

Teekultour Teil3: Japan

Japan

 

Blick über den Tassenrand – in unserer Serie „Teekultour“ stellen wir euch Teezeremonien und -geschichten rund um den Globus vor. Dieses Mal geht es in das Land mit der wohl faszinierendsten Teezeremonie: Japan.

Auch als „Teeweg“ oder „Teeritual“ bekannt, werden die Gäste auf ihrem „Weg“ von der Ankunft im Garten des Einladenden bis zum Verlassen des Teehauses begleitet - eine Zeremonie, die mehrere Stunden dauern kann! Die traditionelle Teezeremonie folgt einer Reihe festgelegter Regeln, in deren Rahmen die Gäste leichte Speisen und Grünen Tee gereicht bekommen. Um dem Gast dabei die Möglichkeit zur „inneren Einkehr“ zu bieten, sind japanische Teehäuser bewusst schlicht eingerichteten.

Auf Einladung des Gastgebers finden sich die Gäste im Garten des Teehauses ein. Dort nehmen sie zunächst im Warteraum (Machiai), oft ein offener Pavillon, Platz und werden vom Gastgeber mit einem leichten Tee begrüßt. Während sich die Gäste im Machiai platzieren und die vom Teemeister sorgfältig ausgesuchten Teeschalen, Geräte und Kunstgegenstände betrachten, füllt der Hausherr frisches Wasser in ein steinernes Wasserbassin und legt eine Schöpfkelle bereit. Anschließend wäscht er sich Mund und Hände und bittet seine Gäste, es ihm gleich zu tun – eine rituelle Geste der Reinigung. Erst danach wird das Teehaus betreten. Der Weg vom Garten bis in das Teehaus symbolisiert „die erste Stufe der Erleuchtung“ – der Alltag wird abgestreift, ebenso wie alle gesellschaftlichen Unterschiede. In mehreren Gängen werden jetzt leichte Speisen, Suppen und Reiswein (Sake) gereicht. Danach gehen die Gäste noch einmal zurück in den Warteraum, bis sie nach fünfmaligem Ertönen eines Gongs in den Teeraum gebeten werden. Sobald alle eingetreten sind, schließt der letzte Gast die Tür mit einem leichten Geräusch, dies ist das Zeichen für den Teemeister bzw. den Gastgeber, mit seinen Vorbereitungen zu beginnen. Dazu benötigt er Teeschalen, eine Teedose für den Pulvertee, ein Frischwassergefäß, einen Wasserkessel, einen Bambuslöffel und einen Teebesen zum Aufschäumen des Matcha-Tees. An seinem Gürtel, dem „Obi“, trägt der Teemeister ein seidenes Teetuch, das „Fukusa“ genannt wird.
Teezeremonie

Fotoquelle: wikipedia.org. Das Foto wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.

Nun beginnt die eigentliche Teezeremonie, die ebenfalls genauen Regeln darüber folgt, wie die einzelnen Utensilien zu platzieren sind, welche Handgriffe getätigt werden und wie der Tee zuzubereiten ist. Den Anfang macht der aus feinstem grünen Teepuder hergestellten Matcha-Tee, den in einer Teeschale mit Hilfe des Teebesens und nach Aufgießen mit heißem Wasser schaumig geschlagen wird. Der erste, dickflüssige Aufguss wird in der Teeschale herumgereicht, jeder Gast nimmt einige Schlucke. Während dieses Rituals herrscht meistens Schweigen, das anschließend gebrochen wird, um sich über die verwendete Teesorte und deren typischerweise poetischen Namen zu erkundigen, sowie die verwendeten Utensilien zu bestaunen. Ein weiterer, dünnerer Aufguss des pulverisierten Grünen Tees wird in Portionsschalen gereicht.

Jedes Detail der japanischen Teezeremonie hat eine besondere Bedeutung: Respekt, Rücksichtnahme und das Teilen sollen bei der Zeremonie die wichtigsten Gesten echter Gastfreundschaft symbolisieren.