Britische Teekultur
Montag, den 25. August 2008Seit gut 1,5 Monaten mischen wir nun emsig eure Tee-Ideen zusammen – und sind so auch selber in den Genuss vielen neuer Tipps gekommen. Denn bei besonders kuriosen oder einfach schön aussehenden Mixes mischen wir uns regelmäßig eine Tasse mit. Aber wie halten es eigentlich andere – besonders Nationen, die schon seit Jahrhunderten das Teetrinken zelebrierten? Zeit für einen Blick über den Tassenrand: Ab sofort starten wir deshalb unsere allmyTea-Serie „Teekultour“, in der wir euch über Teezeremonien und -geschichten rund um den Globus auf dem Laufenden halten. Viel Spaß!

England
Für uns ist Großbritannien das Teetrinker-Land schlechthin. Und tatsächlich entstand die englische Teekultur bereits im 17. Jahrhundert. Nach China und Irland belegt England Platz 3 der Teeländer, mit täglich über 170 Millionen Tassen.
Das Teetrinken gehört fest zur britischen Lebensart, und vor allem der Nachmittagstee wird seit Anfang des 19. Jahrhunderts regelrecht zelebriert. Dabei ist der Begriff „Teatime“ eher unbritisch, denn Tee wird hier zu jeder Tageszeit getrunken. Zeit für den Afternoon Tea ist aber gegen 16 oder 17 Uhr. Dieser entspricht einer kompletten Zwischemahlzeit - wie in Deutschland der Nachmittagskaffee. Die Zubereitung ähnelt der ostfriesischen. Briten trinken fast ausschließlich schwarzen Tee, vorzugsweise unaromatisiert. Die Teeblätter kommen lose in die Kanne und werden mit kochendem Wasser aufgegossen. Dort bleiben sie, so dass der Tee mit der Zeit immer stärker wird. Deshalb trinken viele Engländer ihren Tee mit heißem Wasser oder Milch. Ob zuerst der Tee eingegossen wird oder die Milch, ist eine Streitfrage zwischen den Anhängern des Prinzips Milk-in-first (Mif) und Tea-in-first (Tif).
Englischer Tee-Knigge:
- Bei einer Einladung zum Tee schenken sich die Gäste niemals selbst ein. Dasselbe gilt für Zucker, Milch oder Zitrone.
- Beim Umrühren sind klirrende Geräusche zu vermeiden.
- Der Henkel wird nur mit Daumen und Zeigefinger gehalten.
- Die Tasse wird mitsamt der Untertasse bis etwa in Kinnhöhe angehoben.
- Der Tee wird in kleinen Schlucken getrunken und nie geräuschvoll geschlürft.
- Während des Tees wird nicht geraucht, da der Rauch das Aroma beeinträchtigt.
Soweit eine kurze Zusammenfassung des englischen Teelebens. Wie es Türken, Japaner und andere halten, beschreiben wir euch in den nächsten Ausgaben. Aber damit wir nicht zu kompletten Fach-Chinesen werden – hier noch ein paar Infos zu England, die eigentlich kein Mensch wissen muss ;-):
- In England sind in den letzten zehn Jahren acht Wanderer von Kühen totgetrampelt worden.
- In England lebten im Jahr 2003 nur noch 15 professionelle Bauchredner.
- In England werden jedes Jahr 5300 Unfälle durch Blumentöpfe verursacht. Die Töpfe sind nach Rasenmähern der zweitgefährlichste Gartenartikel. Außerdem werden doppelt so viele Unfälle durch Hosen wie durch Kettensägen verursacht.
- Auf britischen Münzen schauen aufeinander folgende Monarchen in unterschiedliche Richtungen.

